Geldanlage-Tipp

Aktien: Weltweit streuen steigert die Rendite

Wer nur Aktien aus der eigenen Region hält, verzichtet auf Rendite. Aktionäre sollten stattdessen global denken. Das zahlt sich langfristig aus und lässt sich mit Aktienfonds einfach realisieren.

Siemens, BMW, Daimler – wer kennt diese Unternehmen nicht? Viele Menschen konzentrieren sich bei ihrer Geldanlage auf Aktiengesellschaften aus dem eigenen Land. So favorisieren deutsche Anleger meist auch heimische Aktien, amerikanische Aktionäre dagegen haben eher US-Titel im Depot. Dieses Phänomen lässt sich bei vielen Anlegern beobachten und heißt in der Fachsprache „Home Bias“.


„Eine solche Konzentration auf den Heimatmarkt ist sicher verständlich. Schließlich investiert man sein Geld am liebsten in Unternehmen, denen man vertraut und deren Produkte man kennt“, sagt Anja Spliessgardt, Leiterin Private Banking. „Doch es ist eine Vorliebe, die nachweislich Rendite kostet. Denn es gibt nicht die eine Anlageregion, die sich langfristig immer am besten entwickelt. Stattdessen ist es mal Europa, mal sind es die USA, Japan oder auch die aufstrebenden Volkswirtschaften. Die Favoriten wechseln ständig.“


Beispielsweise hat das Forschungsinstitut für Asset Management e. V. an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen schon 2005 in einer Studie ermittelt, dass die Erträge pro Jahr um rund ein Prozent geringer seien als bei einer breit über viele Regionen gestreuten Depotstruktur. „Das erscheint zwar nicht allzu viel. Doch über die Jahre kann sich dies deutlich bemerkbar machen“, sagt Anja Spliessgardt und nennt ein Zahlenbeispiel: „Wer 20.000 Euro über 20 Jahre anlegt, hat bei einer jährlichen Rendite von sechs Prozent am Ende 64.162 Euro auf dem Konto. Liegt die Rendite jedoch nur bei fünf Prozent pro Jahr, verzichtet der Anleger auf 11.000 Euro.“ Unter Berücksichtigung von Kosten würden solche Ergebnisse bei Geldanlagen sowohl niedriger als auch höher ausfallen können.

Weltweit nach ertragsstarken Aktien suchen

Anleger sollten bei Aktienanlagen also die ganze Welt im Blick haben. Doch wer sich dies nicht zutraue oder wem es schwerfalle, sein Vermögen in unbekannteren Werten anzulegen, der könne seine Geldanlage in die Hände eines erfahrenen Fondsmanagements geben. Denn Aktienfonds investieren in eine Vielzahl von Unternehmen, die von Experten genau auf ihre Substanz- und Ertragsstärke hin überprüft würden. Solche Fonds bieten außerdem den Vorteil einer breiten Risikostreuung und – im Vergleich mit einzelnen Aktien – den Vorteil von geringeren Kursschwankungen. „Ein global ausgerichteter Aktienfonds, der seine Mittel in Standardwerten anlegt, gehört in jedes Depot“, meint Anja Spliessgardt daher. „Hier können die Fondsmanager aussichtsreiche Aktien weltweit ermitteln – je nachdem, wo die Chancen gerade am größten erscheinen.“ Ein solcher Fonds sei eine gute Basisanlage.


Hinzu kommt: Immer mehr Sparer rechnen mit Negativzinsen, wie aus dem vierteljährlichen Anlegerbarometer von Union Investment, dem Fondspartner der Volksbank-Raiffeisenbank im Kreis Rendsburg eG, im dritten Quartal 2016 hervorgeht. Und so sind immerhin 40 Prozent der Befragten sicher oder eventuell bereit, ihr Geld in aktienbasierte Anlageformen anzulegen. „Gerade für Anleger, die bisher noch keinen Aktienfonds in ihrem Depot haben, können weltweit anlegende Fonds mit Standardwerten interessant sein.“


Auch wenn Kunden regelmäßig und bequem kleinere Beträge anlegen wollten, ginge dies gut mit einem solchen Fonds, nämlich über einen Sparplan, informiert Anja Spliessgardt weiter. Anleger sollten jedoch bereit sein, für die tendenziell höheren Ertragschancen einer Aktienanlage auch höhere Risiken in Kauf zu nehmen. Und sie sollten langfristig denken, schließlich sei ein solcher Fonds eine gute Basisanlage für Anleger mit einem Anlagehorizont von sechs Jahren oder länger. Dazu bietet Anja Spliessgardt und ihr Team Interessierten ein persönliches Gespräch an. So könne man gemeinsam ermitteln, ob sich ein globaler Aktienfonds für die persönliche Geldanlage eigne.

Die Mischung macht es

Keine Region schafft es immer, langfristig die beste Wertentwicklung zu erzielen. Hier in der Grafik ist es mal Japan, mal Europa und mal sind es die USA. Für die Geldanlage heißt dies, sich nicht nur auf die Heimatregion zu konzentrieren, sondern Titel aus möglichst vielen Ländern und Regionen zu mischen. Das ist gar nicht so schwer – mit einem weltweit anlegenden Aktienfonds.